Wie Meditation zum neuen Fitness-Trend geworden ist

Wie Meditation zum neuen Fitness-Trend geworden ist

Mai 24, 2019 0 Von Klaus Ludwig

Meditation ist seit mindestens einem Jahrzehnt ein fester Bestandteil des Alltags – zuerst als Ergänzung zu Yoga-Studios, dann als Teil von „Wellness“ -Programmen, auch zur Entspannung in Schulen.

Dieser Trend richtet sich an ein exklusiveres Publikum, das sich Boutique-Studios leisten kann, die mit Hightech-Geräten, privaten „Meditationskapseln“ und Promi-Lehrern ausgestattet sind.

Die Explosion der Meditation ist einfach: Es funktioniert. Wie bei einem Muskel gilt auch bei der Gehirnfunktion das Prinzip „Verwenden oder Verlieren“. Das „Üben“ von Achtsamkeit ist einfach eine anhaltende Aufmerksamkeit für einen bestimmten Gedanken, ein bestimmtes Objekt oder eine bestimmte Aktivität (atme!) – oft von einem ausgebildeten Lehrer unter Verwendung von Musik- und Visualisierungswerkzeugen geleitet. Die Idee ist nicht, flüchtige Gedanken zu verhindern – jeder denkt umher – es ist, sie zu beobachten, dann den Geist zu „erholen“ oder neu zu fokussieren.

Bei regelmäßiger Anwendung kann Meditation den Fokus, positive Emotionen, kognitive Denkfähigkeiten und das schnelle Abrufen von Erinnerungen verbessern.

Wenn das nach viel Hype klingt (erinnerst du dich an den Rummel um hirnfördernde Pillen?), Sind die Ergebnisse nicht nur theoretisch. Die Vorteile wurden von Experten wie der Harvard Medical School bewiesen. So hat Gaëlle Desbordes, Dozentin am Zentrum für biomedizinische Bildgebung der Schule, 2012 anhand von Gehirnscans gezeigt, dass sich die Gehirnaktivität auch dann ändert, wenn meditierende Personen nicht meditieren. Sie können in der Tat die Art und Weise ändern, wie Ihr Verstand funktioniert.

Aber A-Typen und A-Listener wollen den Nachweis ihres persönlichen Fortschritts. Auf diese Weise entstehen wissenschaftlich fundierte Meditations-„Fitnessstudios“, in denen die Gehirnaktivität der Teilnehmer verfolgt und disziplinierte Meditationsroutinen gefördert werden, genauso wie Trainer intensive Trainingsprogramme fördern.

In einem Studio in Toronto sitzen eine Reihe junger Profis mit gekreuzten Beinen unter schillernden Indigolichtern, während im Hintergrund Meeresgeräusche erklingen und ein Lehrer sie sanft durch eine 30-minütige Meditationssitzung führt. Plastikstirnbänder messen ihre Gehirnströme, um zu überwachen, ob ihr Geist ruhig ist und wie viele „Wiederherstellungen“ sie von den Gedanken machen, die sie während einer Sitzung machen. Benutzer können ihre Daten speichern und ihren Fortschritt im Laufe der Zeit verfolgen.

Mitglieder können auch einzelne „Stille-Pods“ buchen, in denen sie entweder eine „Signature Guided Meditation“ oder eine binaurale 3D-Audio-Klanglandschaft (a.k.a. Naturgeräusche, die angeblich bestimmte Gehirnwellen auslösen) hören können.

All dies mag einfach „das beste Nickerchen Ihres Lebens“ ermöglichen, wie die Website des Fitnessstudios witzelt, aber der größte Teil des Zeitplans ist „absichtsorientiert“. Die Kurse beinhalten „Leistung“, die Konzentration und Gedächtnis verbessert, „Belastbarkeit“. Dies verringert die Angst und beschleunigt das Zurückprallen von Fehlern und „menschlichem“ Verhalten, um Empathie und emotionale Intelligenz zu verbessern.

Das Ziel ist hier nicht nur eine gute Gesundheit oder geistige Zentriertheit. Es ist weniger wahrscheinlich, dass diese Kundschaft zum Beispiel zu Buddha oder „Spirit Junkie“ Gabrielle Bernstein aufschaut, als zu jemandem wie Ray Dalio, dem weltgrößten Hedgefonds-Manager, der sagt, dass er seit über 48 Jahren Transzendentale Meditation praktiziert „Der größte Einfluss“ auf seinen Erfolg.

Natürlich sind Fitness-Trends immer im Streben verwurzelt – mit mehr Gemeinsamkeiten mit der marketinggetriebenen Mode- und Schönheitsbranche.